Unterschiedliche
Kommunikationswelten von Mann und Frau. Beide Seiten der Kommunikation ausnützen.
Die Aus-gewogenheit zwischen Individualität und Allgemeingültigkeit
anstreben. Männer und Frauen sind nicht nur anders, sie sprechen und hören
auch unterschiedlich. Was in gewissen Situationen spannend, faszinierend und
aufregend sein kann, ist im beruflichen wie auch im privaten Alltag aber oft
auch hemmend, demotivierend und konfliktbeladen. Miss-verständnisse sind
dadurch vorprogrammiert, besonders wenn das klare Bewusstsein für die Andersartigkeit
der Kommunikation fehlt. Natürlich dürfen wir nicht vergessen, dass
wir alle einzigartige Individuen sind. Was für den einen hundertprozentig
zutrifft, muss für andere nicht im gleichen Mass gelten. Die wichtigsten
Unterschiede können aber trotzdem in verallgemeinernder Form beschrieben
werden. Schon lange wissen wir, dass die beiden Gehirnhälf-ten unterschiedliche
Aufgaben wahrnehmen. Unsere linke Gehirnhälfte arbeitet analytisch-logisch,
die rechte ist für Intuition, Kreativität und Gefühle zuständig.
Frauen setzen zur Problemlösung stärker die rechte Gehirnhälfte
ein, Männer eher die linke. Für Männer zählen in erster
Linie Fakten, Zahlen und Resultate, für Frauen ist ein angeneh-mes Gesprächsklima
wichtiger. Männliches Selbstverständnis definiert sich durch die Fähigkeit,
etwas Greifbares hervorzubringen und in Lösungen zu denken, während
sich das weibliche Selbstbewusstsein durch Gefühle und die Qualität
von Beziehungen definiert. Frauen haben eine emotionalere Sprache und verwenden
deshalb auch ein ent-sprechendes Vokabular. Männer denken strukturierter,
ihr Vokabular ist sachlicher und zielgerichteter. So treten im Alltag zwei Kommunikationswelten
in Kontakt: die weibliche mit dem Bedürfnis nach einer guten Beziehungsqualität,
und die männliche, mit ihrer rationalen Resultatorientiertheit. Frauen
fühlen sich durch hitzige Debatten häufig verun-sichert und sind auch
in Konflikt- und Mobbing-Situationen verletzlicher, weil ihnen die Beziehungsebene
eines Ge-spräches wichtiger als die Sachebene ist. Es zeigt sich, dass
durch diese Ungleichheiten viele unnötige Reiberein und Konflikte entstehen.
Im Alltag ist zu beachten, dass sich Mann und Frau nicht nur äusserlich
unterscheiden; sie kom-munizieren auch anders. von Claudia Klingler. Ganzheitlich
zum Erfolg. Wo liegen nun die Chancen in der Kenntnis das zwei Kommunikationswelten?
Im Arbeitsumfeld können beispielsweise neben den männlich rationalen,
struktu-rierten Problemlösungsstrategien vermehrt die weibliche Art der
intuitiven Problemlösung und ihr Gespür für Bezie-hungen eingebunden
werden. Nur ganzheitliches Denken führt zu Erfolg und die Arbeitsmotivation
ist höher, wenn das Bedürfnis nach sozialem Kontakt befriedigt wird.
Wer die Sprache seiner Mitarbeitenden versteht, kann sie effek-tiv führen
und fördern. Mit dem Wissen um die Andersartigkeit ist eine gleichberechtigte
Kommunikation möglich und dies trägt zur Erhaltung eines angenehmen
und produktiven Betriebsklimas bei. Viele Unstimmigkeiten im privaten Umfeld
können mit dem Wissen um die Unterschiede der Sprachwelten und deren gegenseitiger
Akzeptanz bereinigt oder vermieden werden. Wissen allein genügt nicht.
Es ist wie bei allen Fertigkeiten: Erst regelmässiges Training macht den/die
MeisterIn. Um sich genügend Selbstvertrauen und ein vertieftes Wissen anzueignen,
das in der Praxis auch gewinnbringend umgesetzt werden kann, gibt es verschiedene
Möglichkeiten. Im privaten Umfeld haben sich Einzel- oder Paarberatungen
mit verschiedenen Ansätzen bewährt. Ebenfalls beliebt sind Kommunikationstrainings,
welche die zwei Sprachwelten genügend miteinbeziehen und Gelegenheit zum
Üben und Experimentieren bieten. In Organisationen sind Teamberatungen
und Teamentwicklungen mit verschiedenen, situativ angepassten Methoden, aber
auch Einzelberatungen von Führungskräften sehr wirkungsvoll. In Seminaren
kann Kommunikationstraining mit verschiedenen Schwerpunktthemen und Konfliktmanagement
auch einem breiteren Kreis von Mitarbeitenden weiter-gegeben werden. Wichtig
dabei bleibt in jedem Fall, der Ausgewogenheit zwischen Individualität
und Allgemeingültig-keit die notwendige Beachtung zu schenken. In der Praxis
ist immer wieder zu erlebe, wie sich mit dem aktiven Wis-sen um die Eigenart
der zwei Kommunikationswelten plötzlich Türen öffnen und neue
Möglichkeiten entdeckt werden können. Claudia Klingler ist Beraterin
und Trainerin bei der The Good Solution GmbH für Beratung, Training, Consul-ting
und Schulung in Winterthur. www.the-good-solution.com. Dieser Artikel erschien
am Mittwoch, 8. Januar 2003 in den folgenden Organen: Der Landbote, Der Zürcher
Oberländer, Anzeiger von Uster, Thurgauer Nachrichten und Zürichseezeitung,
The Good Solution GmbH Winterthur, Kanton Zürich, Schweiz, Coaching, Coach.